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Der neue Internetauftritt von PMI ist zurzeit noch in Arbeit, daher starten wir hier zunächst mit einer provisorischen Website.
 

Precision Medicine in Chronic Inflammation

Der Exzellenzcluster Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen / Precision Medicine in Chronic Inflammation (PMI) wird ab 2019 durch die Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert. Er folgt auf den Exzellenzcluster Entzündungsforschung / Inflammation at Interfaces, der in den vergangenen zehn Jahren in Kiel und Lübeck gemeinsam mit den Partnerinstitutionen in Plön und Borstel einzigartige Strukturen in der Forschung und der Krankenversorgung geschaffen und den biomedizinischen Standort Schleswig-Holstein nachhaltig verändert hat. Daran knüpft das Konzept zur Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen an. Das Ziel ist, Frühdiagnostik und präventive Intervention voranzubringen und die Therapie zu verbessern.

Der vielfältige Forschungsansatz, den der Exzellenzcluster Entzündungsforschung sehr erfolgreich praktiziert hat, soll in seiner Interdisziplinarität verstärkt in die Krankenversorgung übertragen werden. Forscherinnen und Forscher aus Grundlagenwissenschaft und Klinik arbeiten daher eng zusammen. Insbesondere unterstützt der Cluster PMI forschende Ärztinnen und Ärzte. Sie können dringende klinische Fragestellungen ins Labor tragen und das klinische Potenzial grundlegender Erkenntnisse erkennen. Patientinnen und Patienten können an klinischen Studien teilnehmen und haben damit Zugang zu neuen Therapie- und Diagnostikoptionen.

Mission

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Wir wollen eine Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen etablieren, die die individuelle Variabilität des Menschen und seiner Umwelt berücksichtigt und die Erfüllung von bisher unbefriedigten Bedürfnissen für alle Patentinnen und Patienten vorantreibt.

Im Zentrum der Forschung des Exzellenzclusters PMI stehen chronisch entzündliche Erkrankungen von Barriereorganen. Hierzu zählen chronisch entzündliche Darmerkrankungen (v.a. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), entzündliche Hauterkrankungen (Schuppenflechte, Neurodermitis), entzündlich rheumatische Erkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis, Lupus erythematodes, ankylosierende Spondylitis) und Lungenerkrankungen (Asthma, chronische Bronchitis) sowie Erkrankungen des Gehirns (z.B. Morbus Parkinson).

Unbefriedigte Bedürfnisse

Die Behandlung von Menschen mit chronischen entzündlichen Erkrankungen hat zwar deutliche Fortschritte gemacht, es gibt aber immer noch viel Raum für Verbesserungen.

  • Es dauert viel zu lang, im Schnitt 9 bis 24 Monate, bis nach dem Auftreten der ersten Symptome eine Diagnose gestellt wird und eine geeignete Behandlung beginnt.
  • Die Wahl der Therapie erfolgt nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“, da es keine objektiven Kriterien für den Therapieerfolg gibt.
  • Es lässt sich im Einzelfall nicht vorhersagen, ob die Krankheit aggressiv oder mild verlaufen wird, ob Komplikationen oder Krebserkrankungen zu erwarten sind. Diese Information wäre aber für die Therapieentscheidung wichtig.
  • Nebenwirkungen und nachlassende Wirkung von Therapeutika schränken die Behandlungsmöglichkeiten ein.
  • Es fehlen Therapien, die an den Krankheitsursachen ansetzen.

Innovativer Ansatz

Die Methoden der Präzisionsmedizin oder personalisierten Medizin bieten einen innovativen Ansatz, um die Frühdiagnose voranzutreiben und die Betroffenen langfristig gut zu behandeln. Dazu gehört vor allem das Sammeln, Vernetzen und Analysieren von molekularen (genetische Informationen, Proteine, Stoffwechselprodukte) und klinischen Daten (Art und Schwere von Symptomen). Dadurch können wir Krankheiten präziser verstehen und zum Beispiel Biomarker finden, die auf einen aggressiven Verlauf der Krankheit hinweisen oder Auskunft darüber geben, welche Therapie die optimale im Einzelfall ist. Die Idee ist, aufbauend auf einem individuellen Krankheitsprofil für den konkreten Fall Therapieoptionen sehr präzise auszuwählen, die sowohl wirksam als auch sicher sind.

Die Forschung im Exzellenzcluster Entzündungsforschung hat die Grundlagen für die Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen gelegt. Durch Vergleich des Erbguts von Gesunden und Erkrankten konnten eine Reihe von genetischen Auffälligkeiten identifiziert werden, die zum Beispiel eine chronisch entzündliche Darmerkrankung begünstigen. Das hat dazu beigetragen, die molekularen Vorgänge bei chronischen Entzündungsprozessen besser zu verstehen. Nicht zuletzt dadurch schreitet die Entwicklung von neuen Behandlungsmöglichkeiten stetig voran. Die Analyse bedeutsamer Umwelteinflüsse ist ein weiteres wichtiges Forschungsfeld und ist ebenfalls Teil unseres neuen Forschungskonzepts. Hier liegt möglicherweise ein wichtiger Schlüssel zur Prophylaxe.

Klinische Studien

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Chronisch entzündliche Erkrankungen in jeder Krankheitsphase vollständig kontrollieren zu können, ist das Ziel. Der Weg dahin ist nach unserem Verständnis ein umfassender systemweiter Ansatz, der das Wissen über den individuellen Krankheitsverlauf (auf molekularer und morphologischer Ebene), klinische Daten und Ergebnisse therapeutischer Maßnahmen integriert.

Wesentlich hierfür ist die Verwendung großer multidimensionaler Datensätze. Diese dienen dazu Hypothesen zu therapeutischer Zielen oder diagnostischen Prinzipien zu entwickeln, die in präklinischen Studien, individualisierten Zellkulturen und Mausmodellsystemen getestet werden können.

Um die Erkenntnisse in die klinische Routine übertragen zu können, braucht es aber letztlich auch klinische Studien. Wir konzentrieren uns insbesondere auf Machbarkeitsstudien (Proof-of-Principle), die auf unserer bisherigen Arbeit innerhalb des vorhergehenden Clusters Entzündungsforschung aufbauen.

Dreh- und Angelpunkt für die klinische Forschung im Cluster PMI sind die beiden Exzellenzzentren für Entzündungsmedizin (Comprehensive Centers of Inflammation Medicine, CCIM) in Kiel und Lübek, zwei große interdisziplinäre Ambulanzen für chronisch entzündliche Erkrankungen. Die CCIMs sind für die Charakterisierung von klinischen Kohorten verantwortlich, bieten Zugang zu neuen Therapien sowie im Cluster entwickelter translationaler diagnostischer und therapeutischer Ansätze.

Organisation

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Der Exzellenzcluster PMI wird ab 2019 als einer von 57 Verbünden durch die Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert. Beteiligt sind mehr als 300 Mitglieder in folgenden Trägereinrichtungen:

Gremien

Die Organisation und die Managementstruktur des Exzellenzclusters bauen auf maximaler Effizienz mit kurzen Wegen und Abstimmungsprozessen auf. Die Mitglieder wählen den Vorstand, das Entscheidungsgremium des Clusters. Er wird durch den wissenschaftlichen Beirat unterstützt und beraten. Der Vorstand wählt zudem den geschäftsführenden Vorstand.

Mitgliederversammlung

Ärztinnen und Ärzte sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachgebiete, aus Grundlagenforschung und Klinik, sind die Mitglieder von PMI.

Liste der Vollmitglieder mit Zuordnung zu Forschungseinheiten (pdf)

Liste der assoziierten Mitglieder mit Zuordnung zu Forschungseinheiten (pdf)

Listen der Forschungseinheiten mit Zuordnung der Mitglieder (RTF als pdf, TI als pdf, CD als pdf)

Geschäftsführender Vorstand (Executive Group)

Der Vorstand wählt die drei Mitglieder der Exekutivgruppe. Das sind Cluster-Sprecher Professor Stefan Schreiber (CAU), und Professorin Gabriela Riemekasten (UzL) und Professor Stefan Niemann (FZB) in gleichberechtigter Stellvertretung. Sie sind für die zeitnahe Umsetzung von Beschlüssen des Vorstands und des wissenschaftlichen Beirats zuständig.

Vorstand (Steering Committee)

Der Vorstand ist das von den Mitgliedern gewählte Entscheidungsgremium des Clusters. Er setzt sich aus dem Geschäftsführenden Vorstand sowie führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller Cluster-Standorte zusammen.

Liste der Vorstandsmitglieder (pdf)

Wissenschaftlicher Beirat (Scientific Advisory Board)

Der wissenschaftliche Beirat ist ein unabhängiges Gremium mit einer wichtigen Rolle im Cluster. Er berät den Vorstand im Hinblick auf neue wissenschaftliche Entwicklungen und Forschungsansätze und ist zudem ein bedeutender unabhängiger Entscheidungsträger bei der Vergabe von Projekt- und Investitionsmitteln. Der wissenschaftliche Beirat setzt sich aus acht international renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammen.

Liste des Wissenschaftlichen Beirats (pdf)

Kontakt

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Die Geschäftsstelle des Exzellenzclusters ist in der Abteilung „Forschung, IT und strategische Innovation“ der Zentralverwaltung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel angesiedelt:

Geschäftsstelle des Exzellenzclusters Precision Medicine in Chronic Inflammation
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Christian-Albrechts-Platz 4
24118 Kiel

Das Team:

Termine

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Cluster Retreat und Mitgliederversammlung
05./06. Juni 2019
Maritim ClubHotel Timmendorfer Strand